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Sind Sie ein Lösungsautomat?

„Lass mal, ich kümmere mich.“
„Das ist doch ganz einfach – mach es so …“
„Gib her, ich kläre das.“

Viele Führungskräfte wollen helfen – und werden dabei unbemerkt zum Lösungsautomaten.

Ein Mitarbeiter kommt mit einem Problem, die Führungskraft kennt die Antwort und liefert sie sofort. Das wirkt effizient. Schließlich ist das Problem schnell vom Tisch.

Doch genau hier beginnt häufig ein Führungsproblem.

Denn was lernen Mitarbeitende daraus?

Problem taucht auf → Führungskraft fragen → Lösung bekommen.

Je häufiger das passiert, desto weniger müssen Mitarbeitende selbst überlegen, abwägen und entscheiden. Und desto mehr Fragen landen irgendwann bei der Führungskraft.

Das Ergebnis ist paradox: Je besser Sie als Führungskraft Probleme lösen, desto mehr Probleme bekommen Sie möglicherweise auf den Tisch.

Das Gegenteil von Empowerment

Eigentlich wünschen sich Führungskräfte selbstständige Mitarbeiter, die Verantwortung übernehmen, eigene Ideen entwickeln und Entscheidungen treffen.

Doch manchmal verhindern sie genau das – durch ihre eigene Hilfsbereitschaft. Denn Empowerment entsteht nicht dadurch, dass Führungskräfte besonders viele gute Antworten geben. Es entsteht vielmehr dadurch, wie sie mit Fragen und Problemen ihrer Mitarbeitenden umgehen.

Die entscheidende Frage lautet deshalb: Wie unterstützen Sie einen Mitarbeiter, ohne ihm gleichzeitig das Denken abzunehmen?

Und noch schwieriger: Wie reagieren Sie, wenn Sie die Lösung längst kennen?

Genau hier zeigt sich Führung.

Ein kleines Experiment

Beobachten Sie sich in den nächsten Tagen einmal selbst: Wie oft kommt jemand mit einem Problem zu Ihnen – und wie schnell beginnen Sie, eine Lösung zu entwickeln?

Fragen Sie sich anschließend: „Musste ich dieses Problem tatsächlich lösen – oder hätte ich meinen Mitarbeiter dabei unterstützen können, selbst eine Lösung zu finden?“

Oft reicht bereits eine kleine Veränderung im Führungsverhalten, damit aus Problembringern zunehmend Mitdenker und Entscheider werden.

Welche Fragen, Techniken und Gesprächsstrategien dabei besonders wirkungsvoll sind, ist ein Thema, das wir in meinen Leadership-Seminaren ganz praktisch trainieren.

Denn gute Führung bedeutet nicht, für alles eine Lösung zu haben.

Gute Führung sorgt dafür, dass Ihre Mitarbeiter die eigene Lösungskompetenz (weiter)entwickeln

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